Synoptische Konkordanz zu den Evangelien

Ein neues Arbeitswerkzeug zur Forschung an den Synoptikern

von Paul Hoffmann, Thomas Hieke, Ulrich Bauer - Bamberg

(1) Was ist eine "Synoptische Konkordanz"?

Es wird eine Konkordanz zu den synoptischen Evangelien (mit Hinweisen auf die Johannes-Parallelen) erarbeitet, die den synoptischen Wortbestand nicht nur in der in gängigen Konkordanzen üblichen Stellenabfolge bietet, sondern die Belege zugleich synoptisch (in drei Spalten) anordnet.

Das Hilfsmittel verbindet das Prinzip der Konkordanz mit dem der Synopse.

Dadurch wird es möglich, nicht nur die Wortverwendung einzelner Autoren zu erfassen, sondern zugleich auch die Abwandlung der Vorlage in der jeweiligen Parallelüberlieferung. Statt in einem zeitaufwendigen Verfahren anhand der Konkordanz die einzelnen Belegstellen in der Synopse zu vergleichen, wie es bislang notwendig ist, kann so "mit einem Seitenblick" festgestellt werden, wie z.B. Matthäus und Lukas ihre Markus-Vorlage rezipiert haben oder welche sprachliche Abweichungen ihre Q-Wiedergabe enthält. Terminologische wie stilistische Unterschiede können so schnell registriert werden. Da Wort- wie auch Stiluntersuchungen für die Erfassung der Redaktionsarbeit und damit der Theologie der Evangelisten, aber auch für die Rekonstruktion des Q-Textes grundlegende Bedeutung zukommt, wird so ein die Exegese der synoptischen Evangelien erheblich erleichterndes Hilfsmittel geschaffen.

(2) Die bestehenden Hilfsmittel

Zur Zeit stehen als Hilfsmittel für Sprachuntersuchungen der Evangelientexte nur Konkordanzen zur Verfügung, die den Wortbestand in der Reihenfolge ihres Vorkommens in den neutestamentlichen Schriften präsentieren (so die älteren Konkordanzen von Bruder, Moulton-Geden und auch die auf Computerbasis aufwendig erarbeitete Aland-Konkordanz). Spezielle Wortverbindungen werden zwar von Fall zu Fall indiziert, aber nicht eigens ausgewertet.

Die Statistiken des neutestamentlichen Wortschatzes erfassen den Wortbestand in der Regel nur allgemein auf die einzelnen Schriften bzw. Autoren insgesamt bezogen (vgl. z.B. R. Morgenthaler, "Statistik des neutestamentlichen Wortschatzes", Zürich/Frankfurt 1958, 4. Aufl. 1992; ders., Statistische Synopse, Zürich/Stuttgart 1971; L. Gaston, "Horae Synopticae electronicae", 1973; Band III der Alandschen Konkordanz). In diesen Statistiken fehlen aber - auf Grund ihres allgemeinen Ansatzes - im Bereich der synoptischen Evangelien Angaben darüber, ob und in welchem Umfang die Wörter aus Markus, aus der Matthäus und Lukas gemeinsamen Überlieferung, aus dem Sondergut oder von dem jeweiligen Redaktor stammen. Hinweise darauf finden sich partiell in einzelnen Kommentaren (vgl. z.B. die Matthäuskommentare von U. Luz [EKK, Zürich/Neukirchen-Vluyn 1985/1990; in Band 1, S. 35-55 über das "Vorzugsvokabular" des Matthäus] oder R. Gundry [Matthew, 2nd ed.,Grand Rapids, MI 1994]). Sie erfassen aber nicht den gesamten synoptischen Wortbestand. Im Einzelfall muß der Bearbeiter in einem aufwendigen Verfahren den Befund selbst eruieren.

Auch J.A. Bairds "Critical Concordance to the Synoptic Gospels" (o.J.) präsentiert das Stellenmaterial in einer Weise, die direkte synoptische Vergleiche nicht möglich macht. Es handelt sich um eine normale Konkordanz, die nur die Belegstellen der Synoptiker ausweist und einen willkürlichen Kontextausschnitt vorlegt, der keine Rücksicht auf syntaktische Bindungen und Zugehörigkeiten nimmt. Unzureichend ist ferner die Präsentation in folgendem Werk: Lindsey, R.L. (ed.), A Comparative Greek Concordance of the Synoptic Gospels, 3 vols., Jerusalem: Dugith 1985-1988-1989. Collators and compilers: Elmar Camillo dos Santos (vols. 1 and 2) and James Leonhard Burnham (vol. 3). Diese Arbeit basiert auf einer veralteten Textgrundlage (9. Auflage der Synopse von Huck), präsentiert die Vorkommen nicht in der Reihenfolge des jeweiligen Evangelisten (sondern in der Reihenfolge des Vorkommens in der Huck-Synopse) und wurde unter der Annahme einer einseitigen, von der Zwei-Quellen-Theorie weit entfernten synoptischen Hypothese kollationiert. Stichproben auf den ersten Seiten ergaben zudem eine vergleichsweise hohe Fehlerrate.

Obwohl auf dem Software-Markt mittlerweile in verschiedenen Bibelprogrammen das Wortmaterial in vielerlei Hinsichten aufgearbeitet angeboten wird, findet sich auch hier kein Programm, das es ermöglicht, einzelne Wörter zugleich mit ihren synoptischen Parallelstellen abzurufen.

Als Computer-Software zum Umgang mit dem griechischen Text des NT sind unter anderen folgende Programme zu nennen: Bible Windows (Silver Mountain Software, Texas), Bible Works for Windows (Hermeneutika Software, Montana), acCordance (Gramcord Institute), TheWord, Logos Bible Software. Eine ausführliche Darstellung und kritische Bewertung dieser Software-Angebote sowie grundsätzliche Hinweise auf die Möglichkeiten und Grenzen finden sich in dem Artikel von Harry Hahne, "Interpretive Implications of Using Bible-Search Software for New Testament Grammatical Analysis" (vgl. auch die Seite von Harry Hahne im WWW), in der Zeitschrift der American Academy of Religion und der Society of Biblical Literature Religious Studies News vom November 1995, S. 4.30-31. Eine ähnliche Übersicht mit Nennung weiterer Programme bietet Steve Deyo in seinem Beitrag "From the Good Book to the Good Disk", in Biblical Archaeology Review 21 (1995) 70-77.

Diese Programme ermöglichen zwar die Konkordanzsuche innerhalb eines Evangeliums, besitzen aber keine synoptische Verknüpfung. Eine solche könnte (ähnlich mühsam wie beim "manuellen" Nachschlagen in einer gedruckten Konkordanz) mit mehreren Mausoperationen am Bildschirm dargestellt werden. Der Aufwand dafür ist unverhältnismäßig hoch, im Ergebnis unzuverlässig und daher unzumutbar. Ein zweiter, noch wichtigerer Aspekt, der die "Bibel-Software" nur bedingt geeignet erscheinen läßt, ist die relativ hohe Fehlerdichte der der Analyse zugrundegelegten und für den Computer indexierten Texte (Dateien). H. Hahne: "While users assume the accuracy of Bible-search tools, the underlying texts are rarely completely free from error" (S. 4). Ferner ist klar, daß die Computerprogramme in ihren wortstatistischen Ergebnissen keine traditions- und redaktionsgeschichtliche Scheidung vornehmen können. Für die Arbeit mit der Wortstatistik ist aber die korrekte Einordnung und Bewertung eines jeden einzelnen Belegs erforderlich. Andernfalls sind die Zahlen wenig aussagekräftig.

(3) Was ist neu an der "Synoptischen Konkordanz"?

Den genannten Defiziten soll durch die "Synoptische Konkordanz" vor allem in zwei Hinsichten abgeholfen werden.
  1. Zum einen macht sie durch die synoptisch-parallele Anordnung des Belegmaterials zu den einzelnen Wörtern die Rezeptionsprozesse unmittelbar anschaulich. Das Stellenmaterial ist dabei so angeordnet, daß auch die unterschiedlichen Akoluthien der Belegstellen in den Evangelien zur Darstellung kommen. Statt in einem zeitaufwendigen Verfahren anhand der Konkordanz die einzelnen Belegstellen in einer Synopse aufzusuchen und zu notieren, wie es bislang notwendig ist, kann "mit einem Seitenblick" festgestellt werden, wie Matthäus oder Lukas ihre Vorlage rezipierten oder welche sprachlichen Abweichungen ihre Q-Wiedergabe enthält. Terminologische wie stilistische Unterschiede können so schnell registriert werden.
  2. Zum andern soll in einem "Vorspann" bei jedem Wort eine statistische Auswertung der Belege eines jeden Evangeliums geboten werden, die erkennen läßt, in welchem Umfang es mit dem Sprachgebrauch der übrigen übereinstimmt bzw. selbständig ist. Sie sind so spezifiziert, daß die für den synoptischen Vergleich relevanten Aspekte zur Darstellung kommen. Je nach Bedarf sollen geprägte Wendungen oder spezifische Wortkombinationen in eigenen Statistiken dargestellt werden. Sie werden im folgenden Belegmaterial - entsprechend den in einzelnen Konkordanzen praktizierten Verfahren - eigens ausgewiesen, so daß der Benutzer die einschlägigen Stellen leicht verifizieren kann.
Voraussetzung für das dem Arbeitsvorhaben zugrunde liegende Konzept ist die literarische Abhängigkeit der ersten drei Evangelien voneinander. Ein Lösungsansatz dafür ist die Zwei-Quellen-Theorie. Textanalysen, die darauf beruhen, werden mit der synoptischen Konkordanz ein neues Instrumentarium und damit ein umfangreiches Datenmaterial erhalten, das so bisher noch nicht der exegetischen Forschung präsentiert wurde. Der Textdarstellung geht es jedoch primär darum, den synoptischen Befund zu erheben, so daß sie unabhängig von Quellentheorien ist und jedem Benutzer eine eigene Urteilsfindung ermöglicht. Daher wurde auch auf das Siglum "Q" weitgehend verzichtet. In den Problembereichen jedoch, wo für eine praktikable Darstellung ein exegetisches Urteil notwendig ist, wird zugunsten der Zwei-Quellen-Theorie entschieden.

(4) Die Vorgehensweise

Bei der Realisierung der synoptischen Konkordanz wurden von Anfang an völlig neue Wege beschritten. Dabei ging es uns darum, die vielfältigen Möglichkeiten und Vorteile zu nutzen, die moderne Datenbankprogramme bieten. Außerdem sollte die Entwicklung der synoptischen Konkordanz – ohne Einsatz eines Großrechners – komplett an einem handelsüblichen Personal-Computer möglich sein. Konkret wurde folgende Konzeption entwickelt:
  1. Im Unterschied zu traditionellen Verfahrensweisen wird nicht Stichwort für Stichwort der Reihe nach vorgegangen. Der erste Schritt bestand vielmehr darin, alle für die synoptische Konkordanz relevanten Daten in einer Datenbank zu erfassen: Die Belege ebenso wie die Parallelisierungen der Verse, sämtliche Querverweise, nicht zuletzt der griechischen Text. Schon in dieser ersten Phase konnte durch mehrere Kontrolldurchgänge die Fehlerquote minimiert werden.
  2. Der entscheidende Schritt hin zur synoptischen Konkordanz ist die Verknüpfung dieser einzelnen Tabellen in einer relationalen Datenbank. Als Plattform für diese Datenbank wurde das zwischenzeitlich meistverbreitete und -verkaufte Datenbankprogramm "Microsoft Access" gewählt. So entstand die Rohform der synoptischen Konkordanz. Die manuelle Weiterbearbeitung erfolgt ebenfalls auf der Ebene der Datenbank, und zwar mit Hilfe von übersichtlichen Eingabemasken. Denn die Details, wie z.B. die Versabgrenzung, die Zuordnung zu geprägten Wendungen oder die Statistik, müssen für jeden einzelnen Beleg individuell festgelegt werden.
  3. Ein weiterer Schritt ist die Ausgabe der Daten in ein Dokument, also der Übergang von der Datenbankebene zur Textverarbeitungsdatei. Denn nur leistungsfähige Textverarbeitungsprogramme können die komplexen Daten auch in einer angemessenen und ansprechenden Form präsentieren. Hier war es das Ziel, diesen Vorgang so weit wie möglich zu automatisieren. Aus den in der Datenbank gespeicherten Daten sollte möglichst ohne zusätzliche manuelle Korrekturen das komplette (druckbare) Dokument einschließlich aller Zusatzinformationen wie der Statistikdaten, der formelhaften Wendungen und der Belege aus der Apostelgeschichte erstellt werden können. So kann jederzeit der aktuelle Datenbestand in Tabellenform ausgedruckt werden.
Diese neuentwickelte Konzeption bietet zahlreiche Vorteile. Die wichtigsten sind:
  1. Die Ausgangsdaten liegen nur einmal vor. Sie wurden mehrmals auf Fehler hin kontrolliert. Das bedeutet, es können sich in den zugrundeliegenden Daten keine Fehler durch manuelle Eingaben oder notwendiges Vervielfältigen einschleichen.
  2. Der gesamte Datenbestand ist jederzeit uneingeschränkt und in einer einzigen Datei verfügbar. Auch bei großen Datenmengen leidet die Performance nur unwesentlich.
  3. Bessere Bearbeitungsmöglichkeiten in der Entwicklungsphase durch die übersichtliche Darstellung aller relevanten Daten in eigens dafür entwickelten Formularen.
  4. Verbesserte Fehlerkontrollen: Durch komplexe Plausibilitätsabfragen lassen sich in der Datenbank Fehler in den zugrundeliegenden Daten sowie bei der Bearbeitung der Daten entstandene Fehler zuverlässig aufspüren und beheben. Fehleingaben können z.T. auch schon bei der Eingabe durch Kontrollstrukturen vermieden werden.
  5. Der Datenbestand läßt sich leichter auf Konsistenz hin überprüfen, da über Filterfunktionen zusammenhängende Datensätze leicht ermittelt und abgeglichen werden können.
  6. Die Referenz bleibt während der gesamten Arbeit an dem Projekt die Datenbank und nicht das ausgedruckte Dokument oder die Textdatei. Wird beispielsweise ein Fehler entdeckt, wird er immer in der zugrundeliegenden Datenbank korrigiert, nicht in der Textdatei. Das Textdokument für den Ausdruck wird anschließend völlig neu erstellt, ohne daß hierfür manuelle Eingaben erforderlich sind. Beim nächsten Probeausdruck ist der Fehler dann behoben.
  7. Das Layout der Textdatei wird nur einmal festgelegt und damit zugleich auf alle Datensätze einheitlich angewandt. Fehler im Layout der komplexen Tabellen sind folglich ausgeschlossen.
  8. Damit verbunden ist ein sehr hoher Grad an Flexibilität: Soll das Layout neuen Erfordernissen angepaßt werden, müssen nur wenige Steuerdateien geändert werden, um ab sofort alle Daten nach dem neuen Schema in Word-Dateien ausgeben zu können.
  9. Da alle Informationen der Textdatei auch in der Datenbank vorliegen, existiert eine elektronische Fassung der synoptischen Konkordanz praktisch bereits vom ersten Projektstadium an und muß nicht erst nachträglich in aufwendigen Verfahren erstellt werden.

(5) Die Durchführung des Projektes

Mit Hilfe der Universität Bamberg und durch Lehrstuhlmittel konnte eine wissenschaftliche Hilfskraft finanziert und so eine zweijährige Vorlaufphase des Projekts initiiert werden. In dieser Phase wurden
  1. die technischen Möglichkeiten für die Durchführung des Vorhabens geprüft. Dabei erwies sich das Datenbankprogramm "Access" von Microsoft® aufgrund seiner Flexibilität als besonders geeignet. Auch die Ausgabe der Daten in das Textverarbeitungsprogramm Microsoft Word® läßt sich mit "Access" verhältnismäßig problemlos realisieren, da in dem Softwarepaket "Microsoft Office" die erforderlichen Schnittstellen schon vorgesehen sind.
  2. sämtliche bei den Synoptikern vorkommende Lexeme (Mt 1699, Mk 1344, Lk 2063) mit den zugehörigen Stellenbelegen manuell erfaßt und in Datenbankformat gebracht. Zusätzlich wurden die Belege in der Apostelgeschichte herangezogen (2034 Lexeme). Insgesamt mußten mehr als 82.600 Datensätze erstellt werden.
  3. erste Versuche unternommen, die einzelnen Synoptikerverse zu parallelisieren. An verschiedenen Stellen wurde hier die Schwierigkeit der Aufgabenstellung deutlich, die sich auch in den unterschiedlichen Parallelisierungen verschiedener gedruckter Synopsen zeigen.
Seit August 1996 wird die Arbeit am Projekt durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert, die die Stellen für einen wissenschaftlichen Mitarbeiter (Dr. Thomas Hieke) und einen wissenschaftliche Hilfskraft (Andrea Drummer, Leszek Jachnik, Martin Fromm) finanziert. In den ersten acht Monaten des Projektes wurden folgende Arbeiten durchgeführt:
  1. Die Verknüpfung der Synoptikerverse wurde noch einmal wesentlich optimiert und grundlegend überarbeitet. Diese Tabelle mit den synoptischen Parallelisierungen wurde ebenfalls als Datenbanktabelle eingerichtet.
  2. Insbesondere wurde auch das Problem der Doppel- und Mehrfachüberlieferungen (Dubletten, Überlappungen zwischen Markus und Q, redaktionelle Verdoppelungen durch einen Evangelisten) durch ein System aus Verweispfeilen und durch die Textdarstellung in Kleindruck in eine angemessene Darstellung gebracht.
  3. Da in der späteren synoptischen Darstellung des Wortbefundes zugleich den unterschiedlichen Akoluthien in den drei Evangelien Rechnung getragen werden soll, erwies es sich als notwendig, das "Modell einer Gesamtakoluthie" zu entwickeln, das jeder Darstellung der Wortbefunde zugrundegelegt wird. Dabei sind Redundanzen in Kauf zu nehmen, allerdings auch möglichst begrenzt zu halten. Um dem Benutzer dennoch die unterschiedlichen Akoluthien in den drei Evangelien sichtbar zu machen, werden die primären Belege des jeweiligen Evangeliums in dessen eigener Abfolge durch eine graue Schattierung gekennzeichnet, während die durch die unterschiedliche Akoluthie der Evangelien bedingten Wiederholungen keine Kennzeichnung tragen. Verfolgt man nur die grau hervorgehobenen Texte in einer Spalte, erhält man alle Belege des Stichwortes beim betreffenden Evangelisten - und zusätzlich mit einem Seitenblick den synoptischen Befund, also die möglichen Parallelstellen.
  4. Im Zuge der Arbeit am zugrundegelegten Text wurden alttestamentliche Zitate durch Kursivdruck gekennzeichnet. Die Stellenangaben wurden in die Tabelle eingegliedert.
  5. Die Konkordanzdatensätze wurden mit der Tabelle der synoptischen Parallelen in einer relationalen Datenbank verbunden. Dadurch wird sichergestellt, daß zu jeder einzelnen Stelle aus der Konkordanz gleichzeitig die synoptischen Parallelen in weiteren Textspalten ausgegeben werden, unabhängig davon, ob die anderen Autoren an der Parallelstelle das gleiche Wort bieten oder nicht.
  6. Seit Februar 1997 wurden verschiedene Modelle für die Ausgabe der Datenbankdaten in das Textverarbeitungsprogramm Microsoft® Word 97 erprobt und die hierzu erforderlichen Programm-Module entwickelt und getestet.
Die Verknüpfung und Nachbearbeitung der kombinierten Wort- und Parallelentabellen erfordert folgende Arbeitsschritte, die seit April 1997 in Angriff genommen wurden:
  1. Die Datenbanktabelle der synoptischen Parallelen wird mit der Tabelle des synoptischen Wortschatzes aus der Konkordanz verknüpft und Stichwort für Stichwort abgefragt. Durch manuelle Nacharbeit wird die den synoptischen Verhältnissen zuwiderlaufende Versabgrenzung korrigiert.
  2. Die synoptischen Belege werden in syntaktische Wortgruppen zerlegt. Syntaktische Einheiten (Wortfügungen) sind u.a. (satzeinleitende) Funktionswörter (Konjunktionen, Fragewörter etc.), Präpositionalverbindungen, Genitivkonstruktionen, Attributverbindungen, Substantive und Pronomen als Subjekt oder Objekt, finite Verbformen, Partikel… Das jeweilige Stichwort wird zusammen mit der syntaktischen Wortgruppe im Druckbild durch Fettdruck bzw. am Bildschirm durch Farbdarstellung hervorgehoben.
  3. Die syntaktische Einheit, die das Stichwort enthält, wird mit der jeweiligen synoptischen Parallele auf einer Ebene gegenübergestellt, um neben dem reinen Wortbeleg auch die syntaktische Funktion synoptisch vergleichen zu können (wichtig für die Stilkritik).
  4. Bei mehrmaligem Auftreten des Stichworts in einem Vers wird der Text nur einmal ausgegeben, wobei aber alle Belege entsprechend hervorgehoben werden. Eine Fortsetzungsfunktion ermöglicht in der Datenbank, von einem Versteil zum nächsten (und zurück) zu springen.
  5. Der mitgelieferte Kontext wird abgegrenzt: nicht relevante Versteile werden gestrichen (beispielsweise Redeeinleitungen, wenn das Stichwort in der Rede selbst vorkommt).
  6. In bestimmten Fällen muß weiterer Kontext über den jeweiligen Vers hinaus zugefügt werden. (Das ist wichtig bei größeren Zusammenhängen, Anspielungen, Reminiszenzen und bei versübergreifenden Umordnungen des Materials durch die jeweiligen Evangelienautoren.)
  7. Ein sinnvolles Verweissystem muß aufgebaut werden, um weitere synoptische Zusammenhänge einzubinden bzw. um auf andere Teile des NT (insbesondere Johannes und Apostelgeschichte) zu verweisen.
  8. Bei allen in den Synoptikern belegten Wörtern, die auch in der Apostelgeschichte vorkommen, werden die entsprechenden Belege der Apostelgeschichte mit ausgegeben und ebenfalls nachbearbeitet.
  9. Die Datenbankformulare für die manuelle Nachbearbeitung in Microsoft® Access wurden erstellt und in mehreren Stufen verfeinert sowie um zahlreiche Kontrollstrukturen erweitert.
  10. Die Ausgabe der Daten in Microsoft® Word 97 wurde nach und nach verbessert und erweitert.
  11. Für die neutestamentliche Wortstatistik wurde der Befund erhoben, d.h. für jedes in den Synoptikern vorkommende Wort wurden die Belegzahlen allen anderen neutestamentlichen Schriften in die Datenbank eingegeben.
  12. Für die Darstellung der synoptischen Statistik wurde ein System entwickelt, um den Befund automatisch errechnen zu können.
  13. Eine übersichtliche und klar gegliederte sowie exegetisch sinnvolle Präsentation der statistischen Ergebnisse wurde erarbeitet und im ersten Band angewendet.

(6) Zur Veröffentlichung des Projektes

Im Mai 1999 wurde der erste Band (Alpha bis Delta) der Synoptischen Konkordanz bei Walter de Gruyter, Berlin/New York, publiziert:
 


 Paul HOFFMANN, Thomas HIEKE, Ulrich BAUER

Synoptic Concordance 

A Greek Concordance to the First Three Gospels in Synoptic Arrangement, 
statistically evaluated, including occurrences in Acts

Griechische Konkordanz zu den ersten drei Evangelien 
in synoptischer Darstellung, statistisch ausgewertet, 
mit Berücksichtigung der Apostelgeschichte

Volume 1: Introduction - Einführung, ALPHA - DELTA, Berlin/New York: Walter de Gruyter, 1999.
Pp. lxiv, 1032, DM 298,00, ISBN 3-11-016296-2
 

Im Mai 2000 folgte der zweite Band (Epsilon bis Iota):
 


 Paul HOFFMANN, Thomas HIEKE, Ulrich BAUER

Synoptic Concordance 

A Greek Concordance to the First Three Gospels in Synoptic Arrangement, 
statistically evaluated, including occurrences in Acts

Griechische Konkordanz zu den ersten drei Evangelien 
in synoptischer Darstellung, statistisch ausgewertet, 
mit Berücksichtigung der Apostelgeschichte

Volume 2: EPSILON - IOTA, Berlin/New York: Walter de Gruyter, 2000.
Pp. xviii, 957, DM 298,00, ISBN 3-11-016617-8
 

Im August 2000 folgte der dritte Band:
 


 Paul HOFFMANN, Thomas HIEKE, Ulrich BAUER
9

Synoptic Concordance 

A Greek Concordance to the First Three Gospels in Synoptic Arrangement, 
statistically evaluated, including occurrences in Acts

Griechische Konkordanz zu den ersten drei Evangelien 
in synoptischer Darstellung, statistisch ausgewertet, 
mit Berücksichtigung der Apostelgeschichte

Volume 3: KAPPA - OMIKRON, Berlin/New York: Walter de Gruyter, 2000.
Pp. xviii, 997, DM 298,00, ISBN 3-11-016618-6
 

Der vierte Band ist im Oktober 2000 erschienen. Er schließt die Druckfassung der Synoptischen Konkordanz ab:
 


 Paul HOFFMANN, Thomas HIEKE, Ulrich BAUER

Synoptic Concordance 

A Greek Concordance to the First Three Gospels in Synoptic Arrangement, 
statistically evaluated, including occurrences in Acts

Griechische Konkordanz zu den ersten drei Evangelien 
in synoptischer Darstellung, statistisch ausgewertet, 
mit Berücksichtigung der Apostelgeschichte

Volume 4: PI - OMEGA, Berlin/New York: Walter de
Gruyter, 2000.
Pp. xix, 1066, DM 298,00, ISBN 3-11-016619-4.
 

 

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Ansprechpartner: Dr. Thomas Hieke (ththomashieke.de)

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Stand: 30. August 2000.