Sonntag der Weltmission/30. Sonntag im Jahreskreis B – Datum: 25.10.2009

Thema: Sagen wir Gott unsere Wünsche

Eingangslied

Begrüßung

Einführung:

Liebe Gemeinde, liebe Kinder, heute ist der Sonntag der Weltmission. Mission heißt, dass viele Frauen und Männer in die weite Welt hinausgehen und anderen Völkern in Afrika, Südamerika und Asien von Jesus und von Gott erzählen. Bevor sie das aber machen können, müssen sie sehr oft den ganz armen Menschen helfen: Sie müssen ihnen Nahrung geben, ein Zuhause, einen Ort, wo die Kinder zur Schule gehen können – mein sehnlichster Wunsch wäre, dass das nicht nötig wäre, sondern dass alle Menschen genug zu essen haben, ein Dach über dem Kopf, dass sie Frieden haben, zur Schule gehen können usw. Wünscht ihr euch das auch für die armen Kinder, von denen ihr manchmal ganz schlimme Bilder im Fernsehen seht? –

In diesem Gottesdienst dürfen wir unsere Wünsche vor Gott hintragen.

Kyrierufe:

·       Herr Jesus, du hast den armen Menschen deine Frohe Botschaft verkündet.

Herr, erbarme dich.

·       Herr Jesus, du willst, dass der Reichtum dieser Welt gerecht verteilt wird.

Christus, erbarme dich.

·       Herr Jesus, du kennst unsere Sehnsucht nach Frieden und Gerechtigkeit.

Herr, erbarme dich.

Vergebungsbitte

Glorialied

Tagesgebet

Guter Gott,

schenke uns Glauben, Liebe und Hoffnung:

den Glauben, dass du uns helfen kannst,

die Liebe, dass wir anderen Menschen Gutes tun,

die Hoffnung, dass wir diese Welt besser machen können.

Erfülle die Wünsche der Menschen in aller Welt

nach Frieden, Gerechtigkeit und Gesundheit.

Darum bitten wir durch Jesus Christus…

Amen.

 

Katechese:

Liebe Kinder, liebe Erwachsene,

habt ihr noch Wünsche? Wenn ich euch jetzt so fragen würde, dann müsste ich wohl gleich den großen Spielzeugkatalog holen oder das Werbefernsehen einschalten. Nein, die Wünsche, die man mit Geld erfüllen könnte (wenn man’s hat), meine ich jetzt nicht. Habt ihr Wünsche, die man nicht mit Geld (auch wenn man sehr viel hätte) erfüllen könnte? –

Wir hören heute zwei Stellen aus der Bibel, die uns ermuntern, diese Wünsche Gott zu sagen. In der Lesung aus dem Buch des Propheten Jeremia spricht Gott selbst. Gott sagt, dass er den größten Wunsch seines Volkes Israel erfüllen wird. Das Volk Israel war schlimm dran: Sein Land ist überfallen worden, seine Hauptstadt zerstört worden, und die, die überlebten, sind in alle Welt zerstreut worden. Die Israeliten wünschten sich sehnsüchtig, wieder in ihre Heimat, in das Land, das Gott ihnen gegeben hat, zurückkehren zu dürfen. Und Gott führt sie tatsächlich heim, sogar die Blinden und die Lahmen. Gott tröstet sie. Das verspricht er.

Lesung: Jer 31,7–9

Lesung aus dem Buch des Propheten Jeremia.

Ja, so spricht der Herr: Jubelt Jakob voll Freude zu

und jauchzt über das Haupt der Völker!

Verkündet, lobsingt und sagt:

Der Herr hat sein Volk gerettet, den Rest Israels.

8 Seht, ich bringe sie heim aus dem Nordland

und sammle sie von den Enden der Erde,

darunter Blinde und Lahme,

Schwangere und Wöchnerinnen;

als große Gemeinde kehren sie hierher zurück.

9 Weinend kommen sie

und tröstend geleite ich sie.

Ich führe sie an Wasser führende Bäche,

auf einen ebenen Weg, wo sie nicht straucheln.

Denn ich bin Israels Vater

und Efraim ist mein erstgeborener Sohn.

Gott hat also versprochen, dass er sich um Israel kümmern wird, sogar um die Blinden und Lahmen. Daran hat vielleicht der blinde Bartimäus gedacht: Als er von Jesus hört, denkt er: Jetzt ist meine Chance, jetzt kommt Gottes Sohn zu mir und hilft mir. Hören wir die Geschichte im Evangelium.

Lied: Halleluja-Ruf

Evangelium: Mk 10,46–52

46 In jener Zeit, als Jesus mit seinen Jüngern und einer großen Menschenmenge Jericho verließ, saß an der Straße ein blinder Bettler, Bartimäus, der Sohn des Timäus.

47 Sobald er hörte, dass es Jesus von Nazaret war, rief er laut:

Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir!

48 Viele wurden ärgerlich und befahlen ihm zu schweigen.

Er aber schrie noch viel lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!

49 Jesus blieb stehen und sagte: Ruft ihn her!

Sie riefen den Blinden und sagten zu ihm:

Hab nur Mut, steh auf, er ruft dich.

50 Da warf er seinen Mantel weg, sprang auf und lief auf Jesus zu.

51 Und Jesus fragte ihn: Was soll ich dir tun?

Der Blinde antwortete: Rabbuni, ich möchte wieder sehen können.

52 Da sagte Jesus zu ihm: Geh! Dein Glaube hat dir geholfen.

Im gleichen Augenblick konnte er wieder sehen,

und er folgte Jesus auf seinem Weg.

 

Liebe Kinder, liebe Gemeinde,

eine Sache an dieser Geschichte verwundert mich immer wieder: Da sieht doch Jesus, dass ein Blinder auf ihn zukommt – und Jesus fragt: „Was soll ich dir tun?“ Als ob es nicht selbstverständlich wäre, dass der Mann Bartimäus wieder sehen will! Was kann sich ein Blinder schon sehnlicher wünschen als sehen zu können! Und doch fragt ihn Jesus nach seinem Herzenswunsch. Als Bartimäus Jesus seinen Wunsch sagt – etwas, das man nicht mit Geld bezahlen kann! – da erfüllt Jesus diesen Wunsch, und Bartimäus kann wieder sehen.

Vielleicht wird die Geschichte gerade uns heute so und genau so erzählt, damit wir daraus lernen, dass auch wir unsere Herzenswünsche vor Gott hintragen dürfen. Wir machen jetzt eine kleine Stille, und jeder von euch überlegt: Was würdest du sagen, wenn dich Jesus fragt: „Was soll ich dir tun?“ Was ist dein Herzenswunsch, den du Jesus sagen möchtest? (Wir sagen ihn nicht laut, sondern nur im Herzen. Wer von euch Kindern seinen Wunsch im Herzen hat, darf nach vorne kommen und eine Kerze [Teelicht] anzünden…)

[Bitte Teelichter, ggf. auf Bierdeckel geklebt, bereithalten – ca. 30 Stück] – [leise Meditationsmusik]

Jesus hat hingehört, was Bartimäus wichtig ist. Jesus wird auch auf uns hören, was uns wichtig ist. Und Jesus hört auf die vielen Menschen auf der Welt, die sehnsüchtige Wünsche im Herzen haben. Mit Jesus wollen wir auf diese Menschen, insbesondere auf die Kinder achten. Wir hören nun von drei Kindern aus Nigeria in Afrika, die von ihren Wünschen erzählen – und sind ganz aufmerksam.

[drei größere Kinder tragen die folgenden Texte langsam vor.]

Ich heiße Marcus und möchte einmal Arzt werden. Dafür muss ich in eine gute Schule gehen und lange studieren. Für eine gute Schule muss man hier in Nigeria viel Schulgeld bezahlen. Ich denke nicht, dass meine Eltern dafür genug Geld haben.

Ich heiße Bassey. Mein größter Wunsch ist, dass ich bald zu meiner Familie zurückkehren kann. Wir wohnten bei unserem Onkel, aber in seinem Haus war es sehr eng. Es gab viel Streit, deshalb bin ich von zu Hause geflohen. Die Polizei brachte mich in das „Young People Home“. Hoffentlich findet meine Familie bald ein eigenes Haus, damit ich zurückkann.

Ich heiße Tayo. Vor Kurzem gab es in unserem Stadtviertel zwischen zwei Volksgruppen Streit. Die beiden Gruppen kämpften gegeneinander. Dabei wurden Menschen verletzt und Häuser abgebrannt. Als das passierte, stand ich mittendrin. Es war sehr schlimm. Ich wünsche mir Frieden. Ich wünsche mir, dass sich die Menschen wieder versöhnen.

Die Kinder aus Nigeria haben ihre Wünsche gesagt, ihr habt eure Wünsche auch vor Gott hingetragen. Vielleicht können wir hier den Kindern in Nigeria ein bisschen helfen. Dazu dient auch, dass wir am Weltmissionssonntag, also heute, Geld einsammeln für die armen Menschen in der Welt. Es ist vielleicht nicht viel, was wir geben können, was so zusammenkommt – und es gibt so viele arme Menschen. Aber wenn wir hier unser Herz auftun und an diese Menschen denken, ist die Welt schon ein bisschen gerechter geworden. Unser Glaube an Gott, der uns in Jesus fragt: „Was soll ich dir tun?“, hilft uns dabei: Weil wir auf Gottes Liebe vertrauen, können wir diese Liebe auch weiterschenken.

In diesem Sinne bekennen wir unseren Glauben.

Glaubensbekenntnis

 Nach dem Glaubensbekenntnis kommen normalerweise immer die Fürbitten, aber wir haben ja heute schon unsere Wünsche vor Gott hingetragen. Daher machen wir dann gleich mit der Gabenbereitung weiter. Dabei können wir noch mal an die Wünsche der Kinder aus Nigeria denken – heute ist die Kollekte für die Weltmission, wir sammeln Geld, damit unsere Missionare nicht nur von der Liebe reden, sondern auch ganz handfest Hilfe zum Überleben und Leben bringen können.

Kollekte, Gabenbereitung.

 

Erarbeitung: Thomas Hieke, basierend auf Vorschlägen aus den liturgischen Hilfen von missio (www.missio.de) -