4. Adventssonntag C – 20.12.2009

Thema: Gottes größtes Geschenk

Eingangslied

Begrüßung

Einführung:

Liebe Kinder, liebe Jugendlichen, liebe Erwachsene,

könnt ihr das „Gegrüßet seist du, Maria“? Habt ihr, liebe Schulkinder, das schon gelernt? So mancher Satz daraus ist ja gar nicht so einfach zu verstehen, z.B. der mit „und gebenedeit sei die Frucht deines Leibes“. Heute hören wir im Evangelium davon, wer diesen Satz zu Maria gesagt hat. Es war Marias Verwandte Elisabeth, die von Maria besucht wurde. Maria war da gerade schwanger mit dem Jesus-Kind – und die „Frucht deines Leibes“ ist das Jesuskind im Bauch der Maria. Wann wurde das Jesuskind dann geboren? Richtig, an Weihnachten. Darauf warten wir ja. Aber worauf warten wir an Weihnachten? (–) Auf die Geschenke. So. Und warum schenken sich die Leute an Weihnachten gegenseitig etwas? (–) Fragen über Fragen. Und wenn ich jetzt noch sage, dass das alles etwas mit Betlehem zu tun hat, dann kennt ihr euch gar nicht mehr aus. Ich verspreche euch aber, dass wir miteinander herausfinden, worauf wir an Weihnachten warten und warum wir uns gegenseitig beschenken. – Vorher aber wollen wir uns besinnen und an diesem letzten, dem vierten Adventssonntag Jesus um seine Nähe anrufen.

Kyrierufe:

·       Herr Jesus, du bist den Menschen ganz nahe gekommen.

Herr, erbarme dich.

·       Herr Jesus, du bist in Betlehem geboren.

Christus, erbarme dich.

·       Herr Jesus, du bist das größte Geschenk Gottes an uns Menschen.

Herr, erbarme dich.

Vergebungsbitte

Gebet:

Großer und guter Gott,

mache unsere Herzen weit für dein großes Geschenk.

Die Engel haben uns davon erzählt,

dass dein Sohn, Jesus Christus, unter uns Mensch geworden ist

und in Betlehem geboren worden ist.

Hilf uns, dass wir den Weg mit Jesus zum ewigen Leben bei dir gehen.

Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn. Amen.

 

Katechese:

Die heutige Stadt Betlehem liegt nicht im Staat Israel, sondern im palästinensischen Autonomiegebiet. Als Tourist kann man leicht mit dem Bus von Jerusalem aus dorthin fahren. Für die Menschen dort in Betlehem, insbesondere diejenigen von den Palästinensern, die Christen sind, ist das Leben im Alltag nicht leicht. Es gibt viel Hass und Streit an diesem Ort, viele Soldaten, oftmals großes Durcheinander und eine riesige, hässliche Mauer, die die Stadt fast einschließt – ein wenig weihnachtlicher Ort, dieses Betlehem heute.

 

Die Menschen sehnen sich nach Frieden und Sicherheit. Das haben die Menschen in Betlehem heute mit den Leuten gemeinsam, denen vor 2500 Jahren ein Prophet eine Botschaft der Hoffnung gesagt hat. So wenig ändern sich die Zeiten! Dieser Prophet – man hat seine Worte ins Buch des Propheten Micha aufgeschrieben – berichtet, dass Gott ihm mitgeteilt hat, wo der Retter geboren wird, der dem Volk Frieden und Sicherheit bringen wird. In Betlehem in Juda wird der neue, gute Hirte geboren. Das ist kein Wunder, denn aus Betlehem stammte schon der König David. Doch Davids Nachfahren, die Könige, haben – bis auf wenige Ausnahmen – vieles falsch gemacht, so dass es dem Volk sehr schlecht erging. So hofft man nun auf einen neuen David, einen Herrscher, der als guter Hirte Frieden und Sicherheit bringt. In Betlehem soll er zur Welt kommen.

Lesung: Micha 5,1–4a

Lesung aus dem Buch des Propheten Micha.

So spricht der Herr:

Du, Bétlehem-Éfrata,

so klein unter den Gauen Judas,

aus dir wird mir einer hervorgehen, der über Israel herrschen soll.

Sein Ursprung liegt in ferner Vorzeit, in längst vergangenen Tagen.

2 Darum gibt der Herr sie preis,

bis die Gebärende einen Sohn geboren hat.

Dann wird der Rest seiner Brüder heimkehren zu den Söhnen Israels.

3 Er wird auftreten und ihr Hirt sein in der Kraft des Herrn,

im hohen Namen des Herrn, seines Gottes.

Sie werden in Sicherheit leben;

denn nun reicht seine Macht bis an die Grenzen der Erde.

4 Und er wird der Friede sein.

 

Für uns Christen ist an dieser Stelle von Jesus die Rede. Wir glauben, dass dieser gute Hirt, der Sicherheit und Frieden bringt, Jesus ist. Deswegen ist Jesus auch in Betlehem geboren. Jesus ist nicht wie ein Ritter in goldener Rüstung vom Himmel heruntergekommen, sondern ist als Mensch von einer Frau, von Maria, geboren worden. Das feiern wir an Weihnachten, und das ist auch der Grund dafür, warum überall in unseren Häusern und Schaufenstern, auf Weihnachtskarten und sogar im Playmobil-Sortiment Krippendarstellungen zu finden sind: Gott ist Mensch geworden, ist auf die Erde gekommen – in einem kleinen Kind in der Krippe, in Betlehem. In Betlehem steht eine große Kirche, die Geburtskirche – aber sie hat eine ganz kleine Tür. Erwachsene müssen sich bücken, wenn sie in die Kirche hineingehen wollen. Das erinnert uns daran, dass Gott als kleines Kind auf die Welt gekommen ist. Dieses kleine Kind ist zugleich aber auch das größte Geschenk, das uns Gott je hätte machen können. –

 

Was kriegt ihr an Weihnachten? Wisst ihr noch nicht? (–) Die größten Geschenke von meinen Eltern habe ich immer an Weihnachten bekommen. Einen teuren Computer. Eine elektrische Eisenbahn. Nur an Weihnachten kommen die dicken Spielzeugkataloge mit den teuren Sachen drin ins Haus. Und was schenken sich Millionäre? Einen Ring, der 15.000 Euro kostet. Oder einen neuen Porsche. In bunten Illustrierten stehen solche Sachen. Wisst ihr was? Das ist alles Plunder und Pipifax – im Vergleich zu dem größten Geschenk, das je auf Erden gemacht wurde: Gott hat uns Menschen seinen Sohn Jesus geschenkt, und der ist in Betlehem auf die Welt gekommen. Ein größeres Geschenk gibt es nicht. Jetzt wisst ihr auch, warum man sich an Weihnachten gegenseitig beschenkt: Die Menschen machen Gott nach und beschenken einander, wie Gott uns alle in Jesus Christus beschenkt hat. Viele wissen das nicht mehr und meinen, sie würden selbst das teuerste und beste Geschenk präsentieren. Nein, nein – das größte und beste Geschenk ist das Kind in der Krippe von Betlehem, Jesus. Er ist der Friede. –

Wir haben am Anfang noch eine Frage gestellt: Worauf warten wir an Weihnachten? (–) Aufs Christkind. Aber das Christkind ist kein Rauschgoldengel mit Lockenhaar, der Lebkuchen austeilt. Das „Christkindl“ und all das Drumherum an Weihnachten sollen uns daran erinnern, dass wir noch auf jemanden warten. Auf wen? Auf den Retter, der den Frieden bringt. Ich habe doch am Anfang erzählt, dass die Lage in Betlehem heute immer noch schlimm ist, dass da Unfriede herrscht, eine Mauer die Menschen einsperrt, Soldaten patrouillieren – die Menschen dort, und wir mit ihnen warten noch immer auf den Frieden! Gott hat uns zwar sein größtes Geschenk schon gegeben, indem sein Sohn Jesus Christus Mensch geworden ist – und mit ihm hat das Reich Gottes schon begonnen. Aber es ist noch längst nicht fertig. Jesus hat seinen Freunden, den Jüngern und Aposteln, versprochen, dass er wiederkommen wird – und darauf warten wir noch immer. Wir warten immer – und besonders an Weihnachten – darauf, dass Gott endgültig den Frieden bringt. Das haben wir mit den Menschen jüdischen Glaubens gemeinsam, die ja auch die Verheißung aus dem Buch Micha lesen und hoffen, dass da einst aus Betlehem der gute Hirt kommen wird, der der Friede ist. So warten die Juden auf den Retter und wir Christen warten auf Jesus, der als Retter wiederkommen wird. Und ich, ich ginge zu Fuß von hier nach Betlehem, wenn ich damit Gott dazu bewegen könnte, dass Jesus wiederkommt. Aber das wird nicht funktionieren. Vielleicht können wir aber ein wenig „Betlehem“ in unseren Herzen haben – lassen wir Jesus bei uns einkehren, und mit ihm den Frieden. Und wenn schon die Politiker die Mauern in Betlehem bei Jerusalem nicht einreißen können oder wollen, so reißen wir doch die Mauern aus Gehässigkeit und schlechter Laune nieder. Werden wir „Betlehem“, also der Ort, wo der Friede zur Welt kommt. Noch ist ein wenig Zeit bis Weihnachten – noch ist es Zeit, friedlicher, freundlicher miteinander umzugehen. Vielleicht kommt dann wirklich das Christkind in unsere Herzen – an Weihnachten.

Lied

Evangelium: Lk 1,39–45

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.

In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg

und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa.

40 Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet.

41 Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib.

Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt

42 und rief mit lauter Stimme:

Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen

und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.

43 Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?

44 In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte,

hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.

45 Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt,

was der Herr ihr sagen ließ.

 

Glaubensbekenntnis

 

Fürbitten

Gott, unseren Herrn, der in seinem Sohn Jesus Christus zu uns gekommen ist, wollen wir in unseren Anliegen um Hilfe bitten.

·     Herr, bringe uns deinen Frieden; bringe Frieden und Versöhnung ins Heilige Land, nach Israel und Palästina.
Wir bitten dich, erhöre uns.

·       Herr, bringe deinen Frieden in unsere Herzen, damit wir an Weihnachten erfahren, wie schön es ist, wenn sich alle lieb haben.
Wir bitten dich, erhöre uns.

·     Herr, stärke in uns die Hoffnung und den Glauben, dass du uns immer nahe bist und auch eines Tages die Welt für immer gut machen wirst.
Wir bitten dich, erhöre uns.

·     Herr, nimm unsere lieben Verstorbenen, die an dich geglaubt und gebetet haben, bei dir auf – und tröste alle, die in diesen Tagen trauern.
Wir bitten dich, erhöre uns.

Großer und guter Gott, so vieles haben wir auf dem Herzen – du wirst uns nicht vergessen. Dafür danken wir dir und preisen dich durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Erarbeitung: Thomas Hieke -